Kann es sein, dass der Samstag ein schöner Tag wird? Im Moment sieht es ja danach aus. Die Sonne geht auf und bis auf den Wind ist es nicht mal so ungemütlich.



» zeit 08.00 − 10.00 Uhr
» datum Samstag, 29. Oktober 2011
» nächste umstellung 10. September 2010

Das Frühstück erscheint auf den Haustischen.
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Ruth Marek
Magus




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GRAHAM && RUTH



Schach... Seit ihrer Jugendzeit konnte Ruth diesem Spiel nicht mehr sonderlich viel abgewinnen. Im Gegenteil, sie hasste es nahezu regelrecht. Und Gerry war daran mit absoluter Sicherheit nicht ganz unschuldig. Schließlich war er es ja auch gewesen, der sie mit seinem offensichtlichen Talent in Zauberschach und damit auch Schach im allgemeinen schier in den Wahnsinn getrieben hatte. Das ständige Verlieren gegen ihren älteren Bruder hatte Ruth irgendwann schlicht und ergreifend die Laune verdorben. Von daher hatte sie es im Laufe der Jahre einfach aufgegeben und sich mit der Zeit nur noch geweigert, wenn Gerard sie zu einer Partie hatte herausfordern wollen. So, wie andere Menschen dem ansonsten so beliebten Sport der magischen Welt – Quidditch – nicht wirklich viel Logik zugestanden, war Ruth darum bemüht, sich in keine Schachpartie mehr verwickeln zu lassen. Sie hätte sich ja doch nur wieder Schachmatt setzen lassen.
Mittlerweile musste die Marek allerdings feststellen, dass sie sich selbst untreu geworden war. Sie saß hier in aller Seelenruhe, trank Kaffee, aß Muffins, plauderte und... spielte Schach! Denn zu nichts anderem hatte sich dieses kleine hin und her, dieses andauernde Spielchen zwischen Graham und ihr mittlerweile entwickelt. Sie spielten Schach. Eine kontroverse, ganz und gar absurde Variante mit Kleidungsstücken anstelle der obligatorischen Schachfiguren zwar, aber sie spielten. Und das war das essentiellste.
Ganz abgesehen davon, dass sie sich schon in gewissem Sinne schamlos aufführte. Zwar war Ruth auch sonst nicht unbedingt zurückhaltend zu nenne, aber derart offensichtliche Spielereien gehörten eindeutig nicht zu ihrem Metier. Ganz zu schweigen davon, dass sie solch provokative Scheinflirts sonst nie mit einem Mann betrieb. Obwohl sie doch irgendwie zugeben musste, dass es in gewissem Sinne Spaß machte, zu sehen, dass sie trotz alledem auch auf das männliche Geschlecht noch eine gewisse Anziehungskraft besaß.

Dennoch hatte Ruth von Anfang an nicht vorgehabt, ihre Prinzipien einfach mal eben über Board zu werfen und sich dem nächsten besten Mann an den Hals zu werfen. Wenn Graham der Ansicht war, dass er es sich derart einfach machen konnte und praktisch jede Frau seinem Charme erlag, war er bei ihr aber eindeutig an der falschen Adresse.
Aus diesem Grund und natürlich durch die Tatsache, dass Ruth partout nichts mit Männern anfangen konnte, schob sie den jungen Lehrer von sich. Auch, wenn ihr die Überlegung, dass sie damit offensichtlich den Rückzug antrat, überhaupt nicht schmeckte. Sie war sonst eher ein Mensch, der keine Konfrontationen scheute und vor nichts und niemandem zurückschreckte. Tja, scheinbar hatte sie da die Lippen eines Mannes nicht bedacht.
Trotzdem schlich sich so etwas wie Empörung in Ruths bis dato belustigte und nun eher distanzierte Haltung. Hatte sie sich gerade verhört oder hatte ihr Gegenüber gerade wirklich das böse Wort mit F gesagt?
„Feigling?“, echote die Schottin ärgerlich und blies empört die Wangen auf. „Du spinnst wohl!“
Bewusst ließ Ruth das Siezen nun außen vor und zog stattdessen eher gespielt wütend die Augenbrauen zusammen.
Eigentlich war sie nicht wirklich sauer über Grahams Spötteleien. Wirklich wütend wäre sie erst geworden, wenn er sich dabei über ihre Familie ausgelassen hätte. Aber die war ihm, Merlin sei Dank, vermutlich (noch) kein Begriff.
Dennoch ereiferte sie sich über dieses eine Wort derartig, dass sie seine restliche Rede gar nicht mehr bewusst wahrnahm.

In gewissem Sinne fühlte sich Ruth in ihrem Stolz gekränkt. Vermutlich eines von diesen weiblichen Psychodingern, was kein Mann wirklich absolut nachvollziehen konnte. Und trotzdem hätte die Dunkelhaarige Graham am liebsten einen Muffin an den Kopf geworfen. Nur, um ihm einmal sein blödes Grinsen aus dem Gesicht zu wischen. Aber vielleicht war es ja gar nicht notwendig, dafür eines dieser köstlichen Gebäckstücke zu missbrauchen.
Spontan schoss Ruth ein wagemutiger Gedanke durch den Kopf. Albern, verrückt und durch und durch irre, aber scheinbar legte Graham es ja darauf an, dass aus der Schachschlacht, ein offener Krieg wurde.
„Ich hätte da einen Vorschlag“, schloss Ruth grimmig, bevor sich ein diabolisches Lächeln auf ihre Lippen schlich.
Für einen Moment war es beinahe wie einige Minuten zuvor. Sie saßen sich einfach nur gegenüber und erwiderten den Blick des jeweils anders. Eine Art déjà-vû, dass vermutlich auch Graham im Kopf hatte, als es nun an Ruth war, sich zum ersten Mal seit Beginn dieser Unterhaltung aus ihrem Sessel zu erheben und betont langsam auf den Engländer zuzuschreiten.
Ohne das Gesicht des jungen Mannes aus den Augen zu lassen, blieb sie vor seinem Sessel stehen. Sie gab ihm nicht einmal die Gelegenheit zu reagieren. Oder vielleicht wollte sich Ruth auch nur selbst davon abhalten, einen weiteren Rückzieher zu machen.
Entschlossen beugte sie sich zu Graham hinunter und sah ihm für einige Sekunden einfach nur in die Augen, bevor sie mit den Lippen leicht die seinen berührte und den Zaubertränkelehrer küsste.
Der Moment dehnte sich aus, obwohl es nur wenige Augenblicke waren. Dennoch lag ein fast schon triumphierender Ausdruck ihn Ruths Sturmaugen, als sie den Kuss wieder unterbrach. Dafür brachte sie ihren Mund nun nahe an Grahams linkes Ohr heran.
„Ich lasse mir ungern die Zügel aus der Hand nehmen“, hauchte sie spöttisch.
Und nun war vermutlich der beste Moment, um sich zurückzuziehen. Für einen Abend reichte es wohl wirklich, einen Mann zu küssen. Graham hatte bekommen, was er wollte. Auch, wenn er vermutlich noch weitaus diffizielere Dinge im Kopf gehabt hatte.

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28.11.2009 21:50 EmailSteckbriefICQSuchenUp
Graham Pritchard
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Ruth & Graham


Auch wenn Ruth davon überzeugt war, sich mit Graham auf ein heikles Sachspiel eingelassen zu haben, präferierte er selbst Poker. Das Brettspiel mit den schwarzen und weißen Figuren war ihm viel zu strategisch und berechenbar, indem alle Zugoptionen offenlagen. Beim Poker dagegen kam es darauf an, wie man sich selbst verkaufte. Selbst mit den schlechtesten Karten vermochte man mit einem Bluff die Runde an sich zu reißen. Beim Poker musste man auch ein gewisses Risiko eingehen und es bedurfte guter Menschenkenntnisse, um zu gewinnen. Denn Menschen gingen beim Spielen um Geld oder Kleidung (die beliebte Stripp-Poker-Variante) nicht immer logisch vor, sondern eher impulsiv und sehr emotional. Dabei stand nicht immer unbedingt das Spiel im Zentrum, sondern das Umfeld. Zigarren und Tequila durften auf keinen Fall fehlen. Die Absenz dieser essentiellen Utensilien war schon mal ein entscheidender Nachteil, aber Kaffee und Muffins waren zumindest ein Anfang. Doch umso länger sie dieses kleine Flirtpoker fortsetzen, desto mehr fragte sich der Lehrer für Zaubertränke, ob Ruth nun tatsächlich einen Royal Flush in den Händen hielt und lediglich bluffte. Letzteres lag zumindest sehr nahe, als sie nun plötzlich einen Rückzieher machte und Abstand suchte. Siegessicher nahm Graham somit wieder in seinem Sessel platz und war sich nun ganz sicher, dass sie auf Risiko gespielt hatte und er nun genau wusste, welche Karten sie wirklich in den Händen hielt.

Dabei erwiderte er lediglich ein amüsiertes Schmunzeln, als er offenbar mit seinen Worten die Journalistin ziemlich in Rage brachte. Von dem distanzierten Siezen wich sie nun plötzlich ab, sodass zumindest das Gespräch auf eine intimere Ebene gehoben wurde. Endlich hatte er es geschafft die Schottin soweit zu reizen, dass sie nun empört die Wangen aufblies und ihn wütend anfunkelte. Wer hätte schon gedacht, dass ein einzelnes Wort jemanden derartig erzürnen konnte? Graham fand dies famos, denn irgendwie sah Ruth dabei sogar noch ziemlich putzig aus - wie ein kleines, cholerisches Eichhörnchen. Wer konnte sie mit dieser Assoziation schon ernst nehmen? Aber vielleicht war dies auch ein generelles Problem von Mr. Pritchard, indem er eigentlich kaum etwas wirklich ernst nahm. Er wusste oder akzeptierte nie, wo seine Grenzen lagen. „Was kann ich dafür, wenn ich dir zu heiß bin, Ruthie?“, neckte er sie und lachte sich insgeheim in Fäustchen. Schotten und ihr Stolz. Vermutlich wäre dies tatsächlich die beste Strategie gewesen, die Journalistin in sein Bett zu kriegen, indem er ihr permanent unter die Nase gerieben hätte, dass sie zu feige dazu sei. Vermutlich hätte sie auch einem schlafenden Drachen auf dem Kopf getanzt, nur um ihm das Gegenteil zu beweisen, wenn er an ihrem Mut zweifelte. Er war sich nicht sicher, aber in der Regel wuchsen solche Frauen unter rabiaten Brüdern auf.

Als sich jedoch nun plötzlich ein recht diabolisches Grinsen auf ihrem Gesicht abzeichnete, legte Graham abschätzend seinen Kopf schief und fragte sich, was sie wohl nun im Schilde führte. Vielleicht war sie eine Psychopathin? Ihr Blick verriet zumindest nichts Gutes. Dennoch war er zu neugierig und so blickte er abwartend zu ihr, als es nun an ihr lag, sich von ihrem Platz zu erheben und langsam auf ihn zuzuschreiten. Er hielt den Blickkontakt mit ihr, auch wenn ihre ellenlangen Beine ebenso einladend zum Hinzuschauen waren. Ihr Körperbau war wirklich überaus attraktiv. Im Moment war dies jedoch eher nebensächlich, da er geradezu gefesselt von ihren blau-grauen Augen war, während sie sich nun weiter zu ihm runter beugte und er ihre Lippen auf den seinen schmeckte. Überrascht hielt Graham kurzweilig die Luft an, während die Zahnrädchen in seinem Kopf jedoch schon wieder zu rattern begannen. Es fühlte sich gut an, aber bei weitem nicht, wie es sich hätte anfühlen können. Allerdings sollte dieser Moment auch nicht lange dauern, indem sie sich langsam wieder von ihm löste und mit ihrem Flüstern eine Gänsehaut auf seinem Rücken hervorrief. Sie hatte ihre Karten gut ausgespielt und ein entsprechend triumphierender Ausdruck zeichnete sich nun auf ihrem Gesicht ab. Kleine Amazone, dachte Graham und atmete einmal tief durch, um dann zu lachen. „Zügel? Dann sind wir wohl nun bei den Hoppe-Hoppe-Reiter-Spielen angelangt?“, scherzte er und erhob sich nun von seinem Platz, sodass er erneut dicht vor ihr stand. „Weißt du eigentlich, wie viel ein Kuss über einen Menschen auszusagen vermag? Traue niemanden, der nicht beim Küssen die Augen schließt“, hauchte er ihr nun ins Ohr, bevor er ihr mit einem durchdringenden Blick wieder ins Gesicht sah. „Du bluffst schon wieder. Solltest du nicht lieber aufhören, bevor es zu spät ist?“, fragte er sie mit einem Grinsen und gab ihr dann einen frechen Klaps auf den Hintern. „Genug gespielt für heute. Sagen wir unentschieden? Und morgen treffen wir uns auf einen Tequila bei mir und spielen die Partie zu Ende.“

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Graham Pritchard am 01.12.2009 13:20.

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Ruth Marek
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GRAHAM && RUTH



Menschen und ihr verdammter Stolz. Vermutlich war diese Komposition eines der größten Mysterien der Weltgeschichte. Und aller Wahrscheinlichkeit nach war es die wohl zuverlässigste aller Methoden, um jemanden für oder gegen sich aufzubringen. Jemanden in seinem Stolz zu bestätigen oder zu verletzen, konnte über die Einstufung als Freund oder Feind entscheiden. Und Ruth war sich dieser Tatsache nicht nur aufgrund ihrer schottischen Herkunft so derart bewusst.
Natürlich war es mehr als richtig, dass die Schotten ein stolzes Völkchen waren, doch das waren die Iren oder die Waliser nicht minder. Vermutlich war es in der ehemaligen Trennung dieser Landschaften begründet, dass sich ihre Bewohner zu derart eigenständigen Zeitgenossen entwickelt hatten. Doch mit Sicherheit war es auch eine der größten Schwächen aller Menschen. Jemanden zu kränken, denjenigen in seinem Stolz zu verletzen und dessen Ego anzukratzen, war etwas, dass bei manchen Individuen freilich nur selten gelang, doch die Wirkung war dafür umso beeindruckender und vor allen Dingen nachhaltiger.
Ruth hatte in dieser Hinsicht bereits einige Erfahrungen sammeln dürfen und das nicht immer zum Positiven. Aber vermutlich lernte man erst, seine Zunge ein wenig in Zaum zu halten, wenn man einigen Personen bereits ernsthaft auf die Füße getreten war. Der Lauf der Dinge.

Ruth konnte in diesem Augenblick vermutlich mal wieder ein Liedchen davon singen, denn bereits während ihre Lippen auf denen von Graham ruhten, konnte sie sich des Gefühls nicht erwehren, dass sie gerade dabei war, einen folgenschweren Fehler zu begehen.
Was zur Hölle tat sie da gerade eigentlich? Sie war nicht nur dabei einen Mann zu küssen, sie war gerade dabei diesen Mann zu küssen. Merlin sei Dank war es bereits so spät, dass niemand unerwartetes in diesem Augenblick ins Lehrerzimmer platzen würde. Nicht auszudenken, was sie dann hätte erklären dürfen... Nämlich, dass ihr Stolz einzig und allein Schuld daran war, dass sie, die gerade erst akzeptierte Korrespondentin für den Tagespropheten, den gerade erst angekommenen, neuen Lehrer für Zaubertränke küsste. Denn die Schuld dann noch auf Graham abzuwälzen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, ging die Initiative bei diesem Schachzug doch offensichtlich von ihr aus.
Dennoch wäre es eine reine Lüge gewesen, hätte sie behauptet, dass ihr die Handlung an sich keinen Spaß bereitete. Es war weniger der Wunsch, Graham zu küssen, als vielmehr die Vorfreude darauf, sein dummes Gesicht dabei zu sehen, der sie erst zu diesem Unfug verleitet hatte.
Es war zwar nicht so, dass der Kuss Ruth bis aufs Blut anwiderte, aber er löste auch nicht einmal im geringsten jenes Gefühl aus, das sie bei Jodie überkam. Aber es war doch ohnehin nicht mehr als ein Spiel. Obwohl sie dafür wohl bereits eine unsichtbare Grenze überschritten hatte und sich zielstrebig Richtung Abgrund befand.

Womöglich ignorierte Ruth daher die weiterhin schrillenden Alarmglocken in ihrem Kopf und kämpfte den Impuls, einen fluchtartigen Abgang hinzulegen, nieder. Sich nur keine weitere Blöße gegenüber diesem impertinenten, arroganten Schnösel geben, das war nun das vorderrangigste Ziel.
Grahams zweideutiger Kommentar bezüglich des Reiterspiels ließ die Marek daher lieber unbeantwortet und lächelte nur leicht vor sich hin. Eher biss sie sich auf die Zunge, als dass sie nun noch irgendetwas gefährliches von sich geben würde.
Trotz alledem konnte sie sich nur mit Mühe beherrschen, als Graham ihr derart unverfroren auf den Hintern hieb. Aber vermutlich sollte sie lieber ganz schnell die Klappe halten, wo sie es doch gerade gewesen war, die dem Spielchen neuen Zündstoff geliefert hatte. Sie hätte ja auch einfach Nein sagen und es beenden können, aber natürlich hatte sie mal wieder das letzte Wort behalten wollen. Ein Schuss, der zweifelsohne sehr eindeutig nach hinten losgegangen war. Warum musste sie sich mit ihrem vorlauten Mundwerk eigentlich immer derart tief in die Scheiße reiten? Das konnte doch wohl kaum ein weiteres Manko der Schotten sein, oder doch?
Allerdings war Ruth nicht die Sorte Mensch, die einfach so klein beigab. Das wäre ja auch noch schöner, würde sie Graham auf diese Art und Weise doch nur weitere Angriffsfläche liefern.
Von daher hob die Dunkelhaarige bloß skeptisch eine Augenbraue, bevor der gewohnte Spott in ihrer Stimme durchschlug.
„Wer sagt denn, dass ich morgen nicht schon etwas anderes, etwas viel besseres vorhabe?“
Ein vages Schmunzeln umspielte Ruths Lippen, bevor sie mit dem Zeigefinger kurz über Grahams Brust strich.
„Schauen wir mal, was der morgige Tag so bringt“, gab sie unverbindlich zurück, bevor sie mit einem Lächeln einen Schritt zurücktrat, um schließlich in Richtung Tür zu marschieren. „Gute Nacht“, warf sie ihm von dort noch zu, bevor sie den Weg in Richtung ihres Bettes antrat. Allein und mit Sicherheit ohne männliche Begleitung.

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02.12.2009 21:54 EmailSteckbriefICQSuchenUp
Luna Lovegood
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28. Oktober 2011

Graham und Luna

cf » Klassenraum für Musik

Hach, so eine Musikstunde war immer erfrischend. Zumal ihre Schüler mehr oder minder angenehm waren. Natürlich gab es jene, die sich nicht die Bohne für ihren Unterricht interessierten; doch zumindest hatten diese den Anstand, die Klappe zu halten. Damit konnte Luna ganz gut leben. Wer hätte Luna Lovegood ernsthaft für eine gute Lehrerin gehalten? Naja, „gut“ war ein dehnbarer Begriff. Jedenfalls wurde sie von ihren Schülern nicht in der Luft zerfetzt – zumindest ein leiser Qualitätsbeweis. Dementsprechend zufrieden hüpfte sie durch die Gänge, noch recht planlos, wo die Reise hingehen sollte. Naja, in solchen Fällen war das Lehrerzimmer immer eine nützliche Anlaufstelle.

So tänzelte sie in dessen Richtung, schlug die Türe auf und sang: „Is this the real life? Is this just fantasy?“ Sie gab eine sehr schlechte Freddie Mercury-Imitatorin ab, doch das machte nichts, da ohnehin niemand hier – ups. „Oha. Wenn ich gewusst hätte, dass ich Publikum habe, hätt ich mir mehr Mühe gegeben“, schmunzelte sie ihren Kollegen an. Sie setzte sich ihm gegenüber hin und liess ihren Blick über die Muffins schweifen. „Die sind auch ganz sicher nicht geplaktorig?“, fragte sie misstrauisch, einen der Muffins prüfend in der Hand abwägend. „Naja egal, zur Not hab ich einen Schirmständer im Zimmer.“ Schulterzuckend biss sie in das Gebäck. Während sie daran herum kaute, zückte sie das Musikbuch, das sie ihren Schülern aufgehalst hatte. Eine ganze Weile blätterte sie darin, nicht ohne die jeweiligen Melodien vor sich hin zu summen.

Abrupt klappte sie das Buch zu. Bierernst musterte sie ihren Gegenüber. „Was hat drei Augen und ein Bein?“, fragte sie.

31.01.2010 16:11 Up
Graham Pritchard
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TBC von: Krankenflügel l Sonstige Orte

Luna & Graham


Graham stand gerade vor der schwerwiegenden Entscheidung, ob er nun mit einem Schokoladen- oder einem Blaubeermuffin beginnen sollte. Die berühmte Gretchenfrage also, die größte Konzentration verlangte und die über Leben oder Tod entschied. Gut, so schwerwiegend war die Entscheidung in Wirklichkeit nun auch wieder nicht, aber in just diesem Augenblick flog die Tür auf und ein buntes Etwas stolzierte singend in das Lehrerzimmer. Überrascht blickte der Lehrer für Zaubertränke auf und erkannte das Lied der Muggelband Queen. Als eingefleischter Bassgitarrenfan, kannte er sich selbstverständlich mit Rockmusik aus. Umso mehr überraschten ihn derartige Klänge ausgerechnet in Hogwarts vorzufinden, sodass er den Eindringling eingehend musterte. Dabei blinzelte er ungläubig, da ihm die Person durchaus bekannt vorkam, der Gedanke allerdings zu abwegig war, sie in das Lehrerzimmer dieser Schule spazieren gehen zu sehen. War es wirklich möglich und Luna Lovegood war in seinen Dunstkreis getreten? Die Lovegood über die sich alle während zu seiner Schulzeit immer lustig gemacht hatten? Zumindest besaß diese Frau große Ähnlichkeit mit dem durchgeknallten Mädchen aus Ravenclaw. Ganz sicher war sich Graham jedoch nicht.
„Ich hab ja zum Glück nicht dafür bezahlt“, antwortete der Dunkelhaarige mit einem süffisanten Grinsen, als Miss Mercury meinte, sie hätte sich bei Publikumsverkehr mehr Mühe gegeben. Aber Singen war so eine Sache. Die meisten waren doch im Grunde Amateure und so lohnte es sich eher einer Bohrmaschine zu lauschen als den krächzenden Singversuchen eines Teenagers, geschweige denen einer Frau um die Ende Zwanzig oder Anfang Dreißig.

Ebenso wie er schien sie wohl schnell Interesse an dem aufgetischten Gebäck zu finden. Offenbar war er nicht der einzige, der um dieses kleine Paradies für Naschkatzen wusste und so musste er wohl oder übel teilen. Alleine hätte er diesen Berg von Süßkram wohl ohnehin nicht verspeisen können. „Ge-was? Das Wort fehlt wohl meinem Lexikon“, meinte Graham amüsiert über das komische Subjekt vor ihm, während er nun ebenfalls zu einem Muffin griff und es genüsslich verzehrte. Dabei fixierte er sein Gegenüber aufmerksam und legte seinen Kopf schief, um genauer auf das Buch zu blicken, das vor ihr aufgeschlagen auf dem Tisch lag.
Völlig unvermittelt blickte sie jedoch nach einer Weile wieder zu ihm und stellte ihm eine vollkommen aus dem Zusammenhang gerissene Rätselfrage. Doch leicht verblüfft über diese Spontanität zog Graham zunächst die eine, dann die andere Augenbraue nach oben. Nun war er sich doch ziemlich sicher, wen er vor sich haben musste. „Das ist doch ganz klar. Ein Monster, mit einem Bein und drei Augen. Ich hab zwar noch nie ein solches gesehen, aber es soll sie geben“, erwiderte der junge Mister Pritchard schmunzelnd und musterte sie dann genauso eingehend wie sie ihn zuvor. „Bei Merlins Bart, du bist Loony Lovegood, nicht wahr? Was machst du hier?“, fragte er unverhohlen, denn für ihn war es einfach absurd, eine Verrückte hier einzustellen. Mal von dem Fach Wahrsagen abgesehen. Dafür musste man wohl verrückt sein. Obwohl ... irgendwie waren sie doch alle hier ein wenig plemplem. Da hieß es wohl für ihn willkommen im Club.

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02.02.2010 01:52 Email schickenSteckbriefSuchenUp
Luna Lovegood
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Luna und Graham

„Trotzdem“, flötete Luna, „Es gehört sich nicht, das Andenken einer Legende zu beschmutzen. Und wenn man das Ganze sogar noch gratis macht, ist es umso schlimmer!“ Sie nickte mit Nachdruck, als wäre sie ein fünfjähriges Kind, das seine Eltern davon überzeugen wollte, ihre unsichtbare Freundin wäre wirklich, wirklich echt. „Es gibt viele Wörter, die den Lexika gänzlich unbekannt sind“, fuhr sie fort, während sie den letzten Happen ihres Muffins verputzte, „Krawalala zum Beispiel. Oder Turzaweroas. Kennen Sie nicht? Kein Wunder. Hab ich gerade erfunden.“ Die Antwort ihre Gegenübers liess sie leise kichern. „Ich seh schon, ich hab‘s mit einem Profi zu tun, Mister – ehm … Schlagmichtot. Natürlich könnte ich jetzt fies sein und behaupten, die Lösung wäre eine Ampel, aber das will ich Ihnen nicht antun, denn Ihre Monster-Antwort ist bezaubernd.“

Die glänzende Laune der Musiklehrerin trübte sich, als sie etwas hörte, das schon sehr lange nicht mehr an ihre Ohren gelangt war. Loony. Loony Lovegood. Ihr Lächeln wurde automatisch etwas steifer. Zwar tat die Professorin gerne so, als stünde sie über diesen Sticheleien. Das tat sie bis zu einem gewissen Gerade auch, was andere von ihr dachten, ging ihr am Sonstwo vorbei. Aber dieser Spitzname war ein Relikt aus ihrer Pubertät und als solches mit unendlich vielen schlechten Erinnerungen verbunden; so unendlich viele, dass selbst Einstein seine Probleme bekommen hätte. Es war nicht mehr nötig, den Unbekannten zu siezen. „Du kennst mich“, stellte sie beiläufig fest, während sie nach einem weiteren Muffin griff. Die Geschmacksrichtung war ihr egal. „Gerne würde ich das selbe von dir behaupten, aber mein Gedächtnis lässt mich im Stich.“ Noch einmal musterte sie ihn – dieses Mal nicht aus blosser Gewohnheit, sondern mit der Absicht, etwas von seinem Aussehen mitzukriegen. „Memo an mich:“, flüsterte sie, „Bleiches, kurzhaariges Gesicht. Ganz attraktiv, aber naja, man kann nicht alles haben. Lass mich raten. Du warst ein Slytherin.“ Unverhohlen drückte sie ihm mit dem Zeigefinger auf die Nase.

„Das war was, nicht?“, nuschelte sie im Plauderton, „Loony, die Irre. Loony, die Schrumpfhörniger Schnarchkackler-Jägerin. Aber keine Angst, die Zeiten haben sich geändert. Ich bin noch schlimmer geworden.“ Sie verschränkte die Arme und lachte leise in sich hinein. Luna legte ihren rothaarigen Kopf schief. „Kannst du dich noch an einen Loony-Witz erinnern? Ich hatte leider nie die Gelegenheit, einem beizuwohnen. Naja, indirekt habe ich natürlich einige mitgekriegt. Solche Witze werden ja gerne dann erzählt, wenn die betreffende Person zufälligerweise in Hörweite ist“, stellte sie sachlich fest, „Aber es ist was anderes, als offizielle Zuhörerin anwesend zu sein.“

„Oh, du hattest gefragt, was ich hier mache“, fügte sie zerstreut hinzu, „Ich esse Muffins.“ Zur Bestätigung ihrer Worte griff sie nach einem weiteren. „Und wenn ich gerade nicht Muffins esse, unterrichte ich Schüler, spiele Geige und zähle von 6174 bis 12931, vor und zurück, aber ohne 128 und 328, die Zahlen gefallen mir nicht. Dafür gibt‘s die 8477 gleich doppelt, das ist nämlich meine Lieblingszahl.“

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Luna Lovegood am 02.02.2010 02:38.

02.02.2010 02:37 Up
Graham Pritchard
Zauberlehrling




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Luna & Graham


„Ach was!“, grunzte Graham. „Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“ Zumindest vertrat er diese gegenteilige Ansicht zu seinem Gegenüber, das meinte, sich dann sogar noch mehr Mühe geben zu müssen. Doch in der Tat erwartete der Lehrer für Zaubertränke weniger von einem Straßenmusiker als von einem bezahlten Rockkonzert. Queen hatte er jedoch nie live erleben können. Soweit er wusste, war dieser Mercury auch Anfang der Neunziger gestorben. Allerdings konnte Graham nicht in Gedanken bei diesem Mann verweilen, indem die Frau ihn geradezu mit einem Wortschwall erstickte. Eine lustige Person, die doch Unterhaltungswert besaß.
„Sie sind wortgewandt. Toll. Allerdings befürchte ich, dass sich diese Worte nicht gerade durchsetzen werden, weil sie wohl nur Aneinanderreihungen von Lauten sind und nichts Spezifisches bezeichnen. Es sei denn, Sie würden ein Krawalala erfinden“, meinte er mit einem süffisanten Grinsen und gluckste dann leicht. „Eine Ampel, auch nicht schlecht. Allerdings eine ziemlich fiese Frage an einen Zauberer, finden Sie nicht? Sie mögen wohl Rätsel? Dann sind Sie wohl in Hogwarts genau richtig“, sprach Graham geheimnisvoll, wobei er sich jedoch selbst wieder einmal nicht sonderlich ernst nahm.
Die Bezeichnung als Loony Lovgeood schien aber die Frau umso ernster zu nehmen, indem er das Lächeln auf ihrem Gesicht geradezu erstarren sah. Offensichtlich hatte er voll ins Schwarze getroffen. Volltreffer und versenkt! Nur leider spielte er hier nicht Schiffeversenken, sondern mit menschlichen Gefühlen. Für Graham war dies allerdings kein Unterschied. Dabei hatte er mehr aus Neugier gefragt als mit der Absicht, sie wirklich zu verletzen.

„Kennen ist wohl übertrieben. Sagen wir, ich habe einige Geschichten über dich gehört“, gestand er mit einem Grinsen und schenkte sich in aller Seelenruhe eine Tasse Kaffee ein, bevor er sich wieder an sie wandte. „Und mein Name ist Graham Pritchard. Wir gehörten in Hogwarts wohl nicht den Gruppen an, die sonderlich viel miteinander zu tun hatten.“ In der Tat hatte Graham Harry Potter und seine Schergen nicht ausstehen können. Allerdings war ihm auch dieser Draco Malfoy ziemlich suspekt gewesen, sodass er sich eher mit einer gewissen Gleichgültigkeit aus jeglichen Konflikten herausgehalten hatte. Dabei wäre es damals ziemlich schändlich für seinen Ruf als Slytherin gewesen, wenn er mit jemandem wie Loony Lovegood verkehrte. Heute war er in dieser Hinsicht weitaus emanzipierter. Kuchenessen mit Loony? Kein Problem, gab er doch sowieso nicht mehr viel darauf, was andere Leute von ihm dachten.
Interessanter wurde es jedoch, als sie ihn nun genauer musterte und knapp zusammenfasste, was seine Physiognomie ausmachte. „So muss sich wohl ein Lexikoneintrag über mich anhören“, erwiderte er mit einem Schmunzeln, bevor Luna seine Nase betatschte. Dies wiederum gefiel ihm schon weniger. „Es kann gefährlich sein, Lebewesen an das Riechorgan zu tippen, die Zähne haben“, meinte er, packte dann ihren Finger und schob ihn von seinem Gesicht weg. „Aber jetzt erzähl mir nicht, dass du von meinem Äußeren auf mein ehemaliges Haus schließen kannst.“

Jeder schien wohl in seiner Vergangenheit eine empfindliche Stelle zu besitzen. Graham hatte ein ausgezeichnetes Gespür für derartige Empfindlichkeiten, auch wenn es bei Luna Lovegood sicherlich nicht schwierig war, diese aufzuzeigen. Sie war immer ein Freak gewesen und jeder mit gesundem Menschenverstand machte um sie einen Bogen. Er selbst hatte nie ein Wort mit ihr gewechselt, gemieden hatte er sie trotzdem. Meist eilte der Ruf einem stets voraus. „Noch schlimmer? Werden wir das nicht alle mit dem Alter?“, fragte er scherzhaft, während er in einen weiteren Muffin biss und runzelte dabei grübelnd die Stirn, als Luna ihn nach einem Witz über sie fragte. Tausende hatte es gegeben, allerdings wollten ihm nicht mehr viele einfallen. Die meisten waren ohnehin situationsbezogen gewesen. „Klar, wenn ich ein paar zum Besten geben soll. Willste wissen, wie man spleenige Kinder macht ? - Frag Lunas Vater! oder Vielleicht sollten wir Luna ein Kotelette umhängen, damit wenigstens die Hunde mit ihr spielen. Loony Lovegood Madenschmaus, geboren wurd sie im Irrenhaus. Oder Loony, Loony, ein, zwei drei - in ihrem Kopf, da ist nur Brei. Oder Loony Lovegood, grüner Spargel, morgen holen sie die Nargel. Nicht gerade kreativ, aber es reimt sich“, meinte Graham und blickte dann doch recht erstaunt zu ihr, als sie ihm eröffnete, dass sie hier unterrichte.

„Du unterrichtest? Bei Merlin, und was? Etwa, wie man Nargel fängt? Ich wusste gar nicht, dass McGonagall ein Fach eingerichtet hat, das Lunizismus lehrt. Aber ok, wieso nicht. Die meisten Schüler sind ohnehin nicht mehr ganz richtig im Kopf“, lachte Graham amüsiert und lehnte sich interessiert zu ihr nach vorne. „Und weshalb ist 8477 deine Lieblingszahl und nicht 8478? - Egal, eigentlich interessiert mich das auch gar nicht. Sagtest du nicht vorhin, dass du mich ganz attraktiv findest?“, hakte er mit einem schelmischen Grinsen nach und schielte dann kurz auf ihre Haare. „Warst du früher nicht mal blond?“

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02.02.2010 04:11 Email schickenSteckbriefSuchenUp
Luna Lovegood
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Luna und Graham

„Nichts wert?“ Luna wägte diese Worte sorgsam ab. Eine ganze Weile sah sie geradewegs durch ihren Gesprächspartner hindurch. „Nichts wert, soso. Sag, bezahlst du die Luft, die du atmest? Bezahlst du die Frauen?“ Kichernd strich sich Luna die Krümel an ihrer Hand ins Haar. Gelbe Punkte zierten nun ihren Rotschopf und machten diesen noch greller – als wäre das nötig gewesen. „Ich bin sehr gut im Erfinden von Dingen“, fuhr sie fort, sich die Finger leckend, „Krawalala zum Beispiel könnte durchaus der Name der Gestalt sein, die momentan auf ihrem Kopf herum tanzt.“ Sie deutete auf die Stelle, liess ihren Finger hin und her tanzen. „Da – jetzt da. Sieh mal einer an, Krawalalas sind hyperaktiv. Ich weiss, was du denkst. Da ist kein Krawalala. Würde ich nun aber sagen, dass Krawalalas so leicht sind, dass du sie nicht spüren kannst, wärst du genötigt nach oben zu schielen. Oder auch nicht, weil du nämlich zwei Dinge weisst: Erstens, dass ich verrückt bin. Und zweitens, dass ich gesagt habe, ich sei eine gute Erfinderin. Nun könnte es aber sein, dass ich nicht verrückt bin. Oder es könnte sein, dass ich gelogen habe, als ich behauptete, ich sei eine gute Erfinderin. Oder –“ Sie hielt kurz inne, um Luft zu holen. „Du verstehst sicher, was ich meine. Der Punkt ist: Du wirst niemals erfahren, ob da oben tatsächlich ein Krawalala rumtanzt. Weil das, was ein Krawalala ist, vollkommen von mir abhängig ist. Und zwar nur von mir. Ich könnte sagen, Krawalalas wären unsichtbar. Würde uns das weiterbringen?“ Sie dachte kurz nach. „Nein, das würde es uns nicht. Aber darum geht‘s ja nicht. Oder?“

Selig grinsend griff sie nach einem weiteren Muffin. Sie wiegte ihren Kopf nachdenklich hin und her. „Fies, naja“, relativierte sie Grahams Worte, „Ich erwähne die Ampel nur selten. Die meisten kommen ja nicht mal auf das Monster.“ Dabei beliess sie es auch; es war nicht in ihrem Sinn, diesem Herrn Honig ums Maul zu schmieren. Sie glaubte auch nicht, dass es ihn sonderlich beeindruckt hätte – Honig von Loony war eher Schande als Ehre. Auf seine Bemerkung bezüglich der Gruppen nickte die Musiklehrerin nur. „Nun, du kannst dich freuen, denn hier und jetzt bekommst du die Chance, dich zu rehabilitieren. Du könntest sagen: Loony, ehhm, ich meine Luna, es tut mir leid, dass ich nichts gegen das Mobbing – so nennt man es doch, Mobbing? – unternommen habe. Glaub mir, ich hab nur mitgelacht, nie selbst Witze gerissen. Aber indem ich dir jetzt diesen Vorschlag gemacht habe, verliert eine mögliche Entschuldigung jeden Wert. Das war jetzt fies von mir, nicht? Obwohl …“ Die Professorin trippelte mit ihren Fingern auf das Pult. „Du hättest dich eh nicht entschuldigt. Es gibt auch keinen Grund dafür. Ich brauche keine Entschuldigungen. Hmm … Aber wieso hab ich es zur Sprache gebracht?“ Sie zuckte unschuldig mit den Schultern.

„Tut mir leid“, meinte Luna dann ernst. Sie legte die Hand flach auf den Tisch und sah sie an wie einen unartiges Kind. Die Musikerin hatte vollstes Verständnis dafür, dass er nicht betatscht werden wollte. Sie selbst wurde auch nicht gerne angefasst. „Nicht das Äussere“, winkte sie dann ab. „Der Tonfall. Ich habe feine Öhrchen. Obwohl es natürlich Unsinn ist, die Leute in Häuser einzuteilen. Es macht die Sache einfacher, ja, aber nicht persönlicher.“ Als Graham einige Loony-Witze zum Besten gab, biss sie sich leicht auf die Lippen. Als er geendet hatte, gab sie einen Laut von sich, der eine Mischung zwischen Auflachen und Seufzen war. „Um ehrlich zu sein, ich hatte mir das amüsanter vorgestellt. Andererseits: Eine lyrische Glanzleistung, wirklich.“ Sie nickte gewichtig. „Musik“, fügte sie nahtlos an, „Das unterrichte ich. Zugegeben, nicht einfach zu erraten. Noch schwieriger, wenn man meine klägliche Gesangseinlage in Betracht zieht. Attraktiv muss übrigens nicht zwingend ein Kompliment sein“, fügte sie beiläufig hinzu, „Und die Haare gefärbt hab ich mir während des Studiums, wieso fragst du?“

05.02.2010 01:57 Up
Graham Pritchard
Zauberlehrling




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Slytherin
Professor Zaubertränke
Leiter Krankenflügel






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Luna & Graham


Graham vertrat die Meinung, dass man für alles auf dieser Welt bezahlen musste. Genau genommen, gab es nie etwas umsonst, auch wenn oftmals ein höherer Preis gezahlt werden musste als man eine Sache eigentlich für wert befand. „Oh, ich bezahle für die Luft, die ich atme, bereits seit meiner Geburt einen hohen Preis. Mit jedem Atemzug inhaliere ich tausende von freien Radikalen, die mich altern lassen. Ich atme, um zu leben und gleichzeitig ist das mein Todesurteil. Ist das nicht Ironie?“, sprach der Lehrer für Zaubertränke spaßig in die Hände klatschend. „Und Frauen ... wenn nicht mit Geld, dann mit wahnsinnig viel Geduld und Heuchelei. Es ist schließlich nicht einfach mit ihnen und es ist sehr mühselig eine von ihnen ins Bett zu bekommen. Frauen wollen umworben werden, sie wollen, dass man ihnen zuhört und das ganze Blabla. Es ist ein kostspieliges Unterfangen, denn wann hätte eine Frau schon jemals einen Luftsprung vor Freude gemacht, wenn man ihr direkt sagte, dass man sie lediglich ins Bett kriegen will“, offenbarte er seinem Gegenüber mit einem verhohlenen Grinsen. Theoretisch war der ganze gestrige Abend mit Ruth Marek für die Katz gewesen. Natürlich konnte er sich unangenehmere Zeitvertreibe vorstellen, aber seine Annäherungsversuche scheiterten letztlich kurz vor dem Ziel. Warum waren Frauen eigentlich nicht mit einem solchen Sexualtrieb ausgestattet wie Männer? Wo waren die ganzen Amazonen, auf die man sich seit seiner Pubertät freute und die man in diversen Erotikkalendern anhimmelnd bestaunen durfte?

Allerdings war Luna Lovegood vielleicht auch nicht die richtige Ansprechpartnerin zum Thema Sex. Angeblich tanzte nämlich nun ein Krawalala auf seinem Kopf herum, was wieder einmal dafür sprach, dass er entweder eine Verrückte vor sich sitzen hatte oder eine, die ihr Umfeld bewusst gewissen ungewöhnlichen Situationen aussetzte. „Im Grunde geht es doch nur um eines“, begann Graham langsam zu sprechen und dabei der Versuchung widerstehend, nicht doch vorsichtshalber einmal über seinen Kopf zu greifen. Schließlich gedachte er nicht von dieser Möchtegernsängerin zum Narren gehalten zu werden. „Die Frage nämlich, weshalb Sie Dinge sehen, die anscheinend dem Auge jedes anderen verwehrt bleiben. Als Heiler könnte ich die Vermutung aufstellen, dass diese Wesen lediglich in Ihrem Kopf existieren und somit Ursache eines physischen oder psychischen Leidens sind“, meinte Graham, während er Luna nun wie eine Laborratte zu beäugen begann. Vielleicht hätte er tatsächlich einmal gerne in ihren Kopf reingesehen, ob dort noch alles richtig an Ort und Stelle saß. Im Mittelalter hatte man solchen Leuten ganz einfach mit einem Holzhammer auf den Kopf geschlagen und sie dann für geheilt erklärt. Viel anzufangen war mit diesen Individuen nach einer solchen Behandlung jedoch nicht mehr, indem sie bestenfalls noch dazu in der Lage gewesen wären, apathisch blickend sich voll zu sabbern.

„Du hast es vielleicht zur Sprache gebracht, weil du doch gerne hören würdest, dass es zumindest irgendwem leid tut. Aber du hast recht. Das interessiert mich einen feuchten Dreck. Ich mich rehabilitieren? Für was? Dass du eine miese Kindheit hattest? Die hatten wir doch alle“, meinte Graham scharf. Wieso machten solche Leute immer nur andere für ihr armseliges Leben verantwortlich? Wieso wurde überhaupt darauf wert gelegt, dass sich andere entschuldigten? „Und überhaupt. Was würde das denn ändern?“, fragte er offen. „Denn genau genommen, hast du das alles selbst zu verantworten. Die Menschen hassen Außergewöhnliches. Man kann nicht beides haben: extravagant sein und akzeptiert werden. Wer anders ist, wird auch anders behandelt“, meinte er trocken ohne jegliches Mitgefühl und biss dann in sein Muffin. Wie viele hatte er eigentlich schon gegessen? „Der Ton“, hakte er dann jedoch ein wenig skeptisch nach und versuchte sich zu gegenwärtigen, wie er eigentlich auf andere wirkte. „Und alle Slytherins klingen also gleich? Nun, wie auch immer. Du bist jedenfalls keine typische Ravenclaw, aber irgendwas scheinst du ja trotzdem im Köpfchen zu haben, denn der Sprechende Hut hat sich noch nie geirrt.“ Genau genommen hätte es aber auch nicht schaden können für solch spleenige Leute wie Loony Lovegood ein eigens Haus einzurichten.

„Nun ja, es war ja auch nicht so gedacht, dass du darüber lachen kannst. Wobei auch nicht richtig über Derartiges gelacht wurde. Spöttisch keuchend wäre der angemessenere Begriff“, meinte er, zog dann aber doch recht überrascht seine Augenbrauen nach oben, als Luna ihm offenbarte, welches Fach sie eigentlich in Hogwarts unterrichtete. Wäre er vorher informiert gewesen oder hätte er einen Blick in den Stundenplan der Schüler geworfen, wäre er wohl nun nicht aus allen Wolken gefallen. „Musik? Hier in Hogwarts?“, fragte er ungläubig, während er sich beinahe an seinem Muffin verschluckt hätte. „Das ist ja ganz was Neues. Ich wusste gar nicht, dass du ein Instrument spielst. Ich hatte übrigens mal eine Rockband, in der ich Bassgitarre spielte. War ne geile Zeit. Mit Musik kann man gut Mädchen aufreißen. Aber da hast du sicherlich andere Motive. Welche Art Musik machst du denn?“, wollte er wissen, indem er sich nun interessiert vorlehnte und dann leicht süffisant grinste. „In welchem Kontext ist es denn kein Kompliment, attraktiv zu sein? Und wegen der Haarfarbe frage ich eigentlich nur deswegen, weil ich dich blond vermutlich viel besser erkannt hätte. Ich teile gerne Frauen in Haarfarben ein. Dann kann ich mich besser an sie erinnern. Bedeutet der Wechsel von Blond zu Rot eigentlich etwas in deinem Leben? Oftmals wollen die Frauen ja durch einen Haarfarbewechsel irgendetwas aussagen,“ konstatierte Graham amüsiert und war wiedermal so frech, solcherlei intime Fragen zu stellen.

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